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BoS-Literatur Literaturverwertungsgesellschaft |
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Vorwort aus dem Buch „Italien für Anfänger“ von Dr. Olaf Borkner-Delcarlo Im Familienteil sind 12 Originalrezepte der Emilia Romagna zum nachkochen enthalten. |
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Klappentext aus dem Buch „Dottor Rossis Durchfall“ von Dr. Olaf Borkner-Delcarlo |
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Italien ...! Wenn das Wort auch nur ausgesprochen wird, verfallen viele Deutsche in einen euphorischen, komaähnlichen Zustand. Man denkt an Sonne, Strand und Musik. An junge, durchtrainierte Italiener mit schwarzen Locken, die in Rimini, Cervia oder Sirmione den deutschen Mädels in den Sommermonaten charmant den Hof machen. An die vielen lustigen kleinen Fiats und Vespas, die wie die Bienchen den Verkehr der engen Innenstädte bevölkern. Lächelnd wird des Chaos gedacht, das natürlich ebenso zu Italien gehört wie Pasta, Pizza, Pomodori. Der Bildungsbürger denkt an die Mailänder Scala, die Uffizien, die Werke von Dante, Boccaccio und Petrarca. Und besonders in den kalten und dunklen Wintermonaten denkt ein Deutscher gerne und mit Wehmut an seinen Urlaub am Meer zurück, seufzt und erinnert sich an den Klang der Sprache, die schnulzige Musik von Ramazzotti, Dalla und Branduardi. Dann nimmt er das Telefon zur Hand, bestellt sich beim Italiener an der Ecke eine Pizza und sagt melancholisch Ciao Bella zu dem Mädchen des Lieferservice, das vermutlich aus Kroatien stammt. Quattro Stazioni, also Vier Bahnhöfe hat er bestellt, so wie vor Wochen noch im Ristorante am Adriastrand von Cervia.
Eigentlich hätte er ja Quattro Stagioni bestellen wollen, die Vier Jahreszeiten, aber so weit reichen die Sprachkenntnisse eines durchschnittlichen deutschen Touristen eben nicht. Und weil jeder Pizzaservice diesen verzeihlichen Sprachfehler kennt, kommt prompt der gewünschte Pizzatyp beim Kunden an, und ebenso prompt lernt es der Besteller nie, den korrekten Namen der favorisierten Pizza auszusprechen. Und während er genussvoll die fetttriefenden Mozzarellafäden betrachtet, den Duft von hart gewordenen, zu kleinen Schüsselchen verformten Salamischeiben durch die Nase ziehen lässt, träumt er von einem Leben unter südlicher Sonne. Er lehnt sich zurück, beißt genussvoll in ein Segment des sperrholzähnlichen Teigs, belegt mit dem undefinierbaren Formfleisch Vorderschinken und lässt in seiner Phantasie die Bilder Revue passieren, die er in den Ferienmonaten aufgesogen hat. Das andere Italien Aber da gibt es noch das andere Italien. Das Italien, über das man nicht spricht, und wenn, dann nur hinter vorgehaltener Hand. Ein Italien, das nur der kennt, der in Bella Italia wirklich heimisch werden möchte. Dabei meine ich nicht diejenigen, die sich am Gardasee eine Villa kaufen können und zweimal im Jahr dort Urlaub machen. Ich meine Menschen, die dort ihre Existenz gründen, sich niederlassen wollen. Die lernen ein anderes Italien kennen. Ein Italien der Absurditäten, der überbordenden Bürokratie. Über Jahre, ja Jahrzehnte, gab es für mich nur ein Land, in dem ich leben wollte. Das freilich änderte sich schnell, als ich ein echter Teil der italienischen Gesellschaft werden wollte. Ich entschloss mich nämlich, eine Firma in diesem Lande zu gründen. Und damit fing der Ärger an! |
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Ein Mann setzt sich durch Die Geschichte unseres Herrn Rossi ist frei erfunden, auch wenn man manchesmal versucht ist, den Hut zu lüpfen, weil man glaubt, alten Bekannten zu begegnen. Die Daten der verschiedenen und häufigen Regierungswechsel orientieren sich streng an der Wirklichkeit. Auch viele Ereignisse haben sich so oder so ähnlich zugetragen, in unserem operettenhaften Nachbarstaat. Und so ist es zwar Fiktion, wenn aus Rossi, einem kleinen Angestellten der kleinen Stadt Casolaio di Cucuzzo, der große Onorevole Dottor Rossi wird, Abgeordneter des italienischen Parlaments. Aber wer möchte schon entscheiden, was Wirklichkeit ist und was nicht? Möglich ist alles. Rossi hätte sich seines Daseins freuen können, unerkannt als Hinterbänkler sein Leben zu fristen, jedoch sein schier unkontrollierbarer Durchfall beeinflusst die italienische Politik in ungeahnter Weise. Er lässt Ministerpräsidenten stürzen, ja ganze Regierungsmannschaften scheitern. Aber es ist eben auch dieser Durchfall, der ihm zu einem fulminanten, und vor allem unerhofften Aufstieg verhilft. Denn aus dem einfachen Onorevole wird bald der Sottosegretario Rossi, der mit Fähigkeiten, die er nicht hat, mit einem Doktortitel, den er sich nicht erwerben musste und einem Studienabschluss, zu dem es nie kam, ausgerechnet das Jusitzministerium unterstützen muss. Natürlich ließe sich eine ähnliche Gestalt auch in der deutschen Politik finden, gröber, etwas plumper und knorriger, aber auch im Land der "Krucki" kann man vom Taxifahrer zum Außenminister avancieren und dann zum Professor. In Italien gehen die Uhren eben anders. Dort schafft man sich erst die Titel und dann die Karriere.
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